verschiedenen Zielsetzungen und Wirkungs-Ebenen der Lösungen

Lösungen auf zwei Wirklichkeits-Ebenen

In erster Linie geht es um die Lösung, die Sie für Ihr aktuelles Problem benötigen.

Wenn es sich dabei um ein chronisches Problem handelt, kann man davon ausgehen, dass sich, wie schon gesagt, ungelöste Energien aus einer ähnlichen alten "Baustelle" aus Ihrem Familiensystem dazuaddiert haben. Dies geschieht durch das Familien-Unbewusste, das keine Grenzen zwischen den Schicksalsfeldern der einzelnen Familienmitglieder kennt, und die alten ungelösten Problem-Energien in das aktuelle Schicksal der Lebenden weiterschiebt. Dadurch wird dann Ihre aktuelle Problematik auf unbewusste Weise, d.h. unmerklich, zu einem Misch-Problem mit aktuellen und alten Anteilen.

Bei einer Lösung, die sich nur auf die aktuell fassbare Situation bezieht, werden diese alten ungelösten Energien nicht miterfaßt. Deshalb ist es erforderlich, diese alten Energien wieder mit der alten Baustelle zu verbinden und separat einer Lösung zuzuführen. Sonst bleiben diese alten Baustellen "unruhig" und ihre ungelösten Energien im Status des "Vagabundierens": Sie triggern dann erneut ein ähnliches Problem, solange, bis sie befriedet werden. Der Volksmund spricht von "schlafenden Hunden", die immer wieder geweckt werden, oder von "Leichen im Keller", die immer wieder die Treppe hochkommen. Die Sanierung der alten Baustelle ist unbedingt notwendig, damit Ihre aktuelle Lösung wirklich nachhaltigen Bestand hat.

Und schließlich kommt noch eine dritte Lösung hinzu. Wir beziehen unsere Lebenskraft ja nicht nur aus unserer physischen Nahrung und aus spirituellen bzw. religiösen Quellen, sondern auch aus unserem Stammbaum, der ja einen Fluss des Lebens darstellt: vom UrLeben bis zu Ihnen und weiter zu Ihren Kindern und Kindeskindern. Ungelöste Baustellen im Stammbaum beeinträchtigen diesen Fluss an Lebensenergie mehr oder weniger. Daher ist es lohnend, diejenigen Baustellen, die den Fluss an Lebensenergie deutlich behindern, in eine gute Ordnung zu bringen.

Die Lösungen steuern also zwei verschiedene Wirklichkeits-Bereiche an:
- auf der materiell-konkreten Alltags-Ebene eine Lösung für Ihr aktuelles Problem, sowie
- auf der Ebene des Familien-(Un-)Bewusstseins je eine Lösung für Ihr altes Ursachen-Problem sowie für den Fluss der Lebensenergie durch Ihren Stammbaum bis zu Ihnen.


Die beiden Wirklichkeitsebenen in der Aufstellung und im Alltag

In unserer materialistisch ausgerichteten Gesellschaft erleben wir als Wirklichkeit in der Regel nur den konkret fassbaren Alltag. Die Kräfte hingegen, die ohne unser Zutun hinter dem An-Fassbaren wirken und den Alltag steuern – oft genug anders, als wir es wollen – diese Kräfte entziehen sich einer fassbar-konkreten Wahrnehmung und werden daher nicht als Real-Wirklichkeit empfunden. Dabei sind es lediglich Kräfte, die wir mit unserem Bewusstsein nicht direkt wahrnehmen können, sondern die uns unsichtbar und unbewusst bleiben. Und dies, obwohl Freud schon vor über 100 Jahren das Unbewusste als reale und wirkliche Größe entdeckt hat.

In "Wirklichkeit" bewegen wir uns also in einer Welt von realen materiell-erfahrbaren Begebenheiten, die mehr oder weniger das Ergebnis von sehr realen, aber unbewusst-bleibenden Schicksalskräften sind. Der Vorteil von Aufstellungen besteht darin, dass sie nur die unbewussten Kräfte und damit die unbewusste Wirklichkeit einer Familie aufzeigen. Erst auf dieser Ebene werden Lösungen von chronischen Problemen möglich, die auf der Ebene des Materiell-Fassbaren unlösbar bleiben; ansonsten hätten wir das anstehende Problem ja schon längst gelöst und Familienstellen wäre nicht notwendig. Wer als Stellvertreter und Medium in einer Aufstellung steht, erlebt diese zunächst unbewusste Wirklichkeit ganz real in seinen Gefühlen und körperlichen Befindlichkeiten. Auf diese Weise wird das Familien-Unbewusste auf die Ebene unseres Bewusstseins "hochgehoben".

Was bewirkt nun die Aufstellung im Zusammenspiel dieser beiden Wirklichkeiten? Sie macht die zuvor unbewusste Wirklichkeit einer Familie bewusst und damit zu einer "an-fassbaren" Wirklichkeit. Ganz im Sinne von Freud, der dazu aufforderte: Wo "Es" (= Unbewusstes) war, soll "Ich" (= Bewusstes) werden. Auch ganz im Sinne der menschlichen Evolution zu einem immer weiter sich ausdehnendem Bewusstsein.

Wichtig ist nun zu wissen, dass diese beiden Wirklichkeits-Ebenen des Materiell-Fassbaren und des Hintergründig-Wirkenden nur lose miteinander verkoppelt sind. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Wenn zum Beispiel ein schroffer und abweisender Vater in der Aufstellung aufgrund der Lösungsvollzüge "auftaut" und dem Sohn (= dem Aufstellenden) liebevollen Rückhalt gibt, bedeutet dies auf keinen Fall, dass der real-materielle Vater dies nach der Aufstellung ebenso für seinen Sohn tut. Es kann sein, dass der real-materielle Vater sich "in seiner Zeit" zu einem liebevollen Vater wandelt, wenn der Sohn die Lösung wach hält und in seine eigenen Lösungsvollzüge hineinwächst – aber einen Anspruch darauf hat man nicht. Das hintergründig wirkende Schicksal ist das Größere und wir das Kleinere. Doch kann der Sohn wenn er bei seinem materiell-realen Vater "verhungert", immer wieder zu dem Vater in der Aufstellungs-Wirklichkeit gehen und dort Liebe und Rückhalt real erfahren.

Der Lösungsweg nimmt also von dem chronischen Problem in unserem materiellen Alltag seinen Ausgang. Dann wendet er sich bei der Suche nach der tieferen Ursache in einer Aufstellung dem Familien-Unbewussten zu, und hebt die zunächst unbewusste Ursache ins Bewusstsein hoch. Anschließend lassen sich dann auf der Ebene des Bewusstseins die spezifischen Lösungen gestalten. Diese sind im eigenen Bewusstsein zu verankern und bei Bedarf anzuwenden.


Zurück